In meinen Neukundengesprächen und nach meinen Vorträgen höre ich es derzeit ständig: „Wir werden lokal kaum gefunden und die Anfragen brechen ein.“ Deshalb habe ich diesen 8-Punkte-Fahrplan für das Jahr 2026 zusammengestellt, um wieder echte Kundenkontakte zu generieren.
Die Art und Weise, wie Menschen lokale Anbieter finden, verändert sich derzeit spürbar. Und das nicht nur bei Google. Die Suche findet inzwischen auf mehreren Plattformen gleichzeitig statt. Google ist nach wie vor die klare Nummer eins, aber auch Instagram und ChatGPT erreichen inzwischen eine Größenordnung bei der lokalen Anbietersuche, die Unternehmer nicht mehr ignorieren können.
Ein zentraler Treiber dieser Veränderung ist mit 80 % Marktanteil im lokalen Suchmarkt Google mir seinen AI Overviews. Google spielt KI-Zusammenfassungen inzwischen bei einem relevanten Anteil der Suchanfragen aus. Laut BrightEdge wurden im Mai 2025 über 11 % der Google-Ergebnisse mit AI Overviews angezeigt. Der Semrush Sensor kommt für Dezember 2025 auf rund 15 %.
Die Folge ist absehbar: Wenn die Antwort bereits in der Google-Oberfläche angezeigt wird, werden die organischen Suchergebnisse weniger häufig angeklickt.
Bei informationalen also auch lokalen Suchanfragen mit AI Overviews sind die organischen Klickraten laut Search Engine Land von Mitte 2024 bis Mitte 2025 um 61 % gefallen. Das ist die wirtschaftliche Realität hinter dem Gefühl „früher kam mehr rein“: Selbst gute Rankings liefern nicht automatisch den gleichen Traffic wie früher.
Für lokale Unternehmen bedeutet das: Im Jahr 2026 wird es noch wichtiger sein, überhaupt noch bei lokalen Suchanfragen angezeigt zu werden. Menschen wollen nicht lange recherchieren, sondern direkt anrufen, eine Route starten oder eine kurze Nachricht schicken. Gleichzeitig bleibt die eigene Website der stabilste Anker, weil man sie kontrolliert und weil sie die Referenz ist, aus der Such- und KI-Systeme Informationen übernehmen.
Ach ja, als wäre das noch nicht genug, sollten wir auch den längst im Gange befindlichen Shift von Suchmaschinen zu Social-Media-Netzwerken im Blick behalten. Gerade jüngere Zielgruppen suchen immer häufiger direkt in Social-Apps nach Empfehlungen, Orten und Anbietern – und nicht erst bei Google.
Genau deshalb stellen sich viele lokale Unternehmen heute die Frage: „Wie werde ich 2026 bei einer lokalen Suche über KI genauso gefunden und ausgewählt wie heute über Google?”
Meine Antwort auf diese zentrale Frage für das Jahr 2026 ist kein Aneinanderreihen von Buzzwords, sondern der folgende Fahrplan. Ich zeige dir acht Hebel, die du 2026 im Blick haben solltest, damit aus Sichtbarkeit wieder messbar mehr Anfragen werden.
- 1 – KI-Agenten werden bei dir anrufen – wer nicht erreichbar ist, verliert
- 2 – ChatGPT baut eigene Local Panels wie Google
- 3 – Wir wissen schon heute, wie KI lokal „arbeitet“
- 4 – Ohne solides SEO kann KI dich nicht „verstehen“.
- 5 – Baue alternative lokale Trafficquellen auf.
- 6 – Social Media wird zur Suchmaschine – TikTok und Instagram entscheiden lokal mit.
- 7 – Eigene Reichweite – E-Mail & WhatsApp machen dich 2026 unabhängiger von Plattformen
- 8 – Google liefert weniger Kontakte: baue dir ein Paid-Sicherheitsnetz
1 – KI-Agenten werden bei dir anrufen – wer nicht erreichbar ist, verliert
Google testet mit „Ask for me“ (Search Labs) eine Funktion, bei der eine KI im Namen des Nutzers Unternehmen anruft, um Preise und Verfügbarkeit abzufragen und Angebote zu vergleichen. Der Dienst startet unter anderem bei Auto-Services und Nagelstudios in den USA. Das ist ein ziemlich klares Signal: „Suche“ endet nicht mehr beim Ergebnis, sondern geht in Richtung Erledigung. Für dich als lokaler Anbieter bedeutet das: du wirst nicht nur gefunden, sondern auch ausgewählt – und dafür muss dein Betrieb schnell und eindeutig antworten können.
Was kannst Du heute schon tun?
- Mach dein Angebot „agentenlesbar“:
- Pack die Leistungen, das Einzugsgebiet, typische Abläufe und Preisrahmen so auf die Website, dass man sie in 30 Sekunden versteht.
- Halte dieselben Kerninfos konsistent in Google Business Profile, Bing Places, Apple Business Connect und wichtigen Verzeichnissen (z. B. Auskunft.de, Das Örtliche).
- Warum? Agenten starten ihre Suche dort, wo Fakten schnell einsammelbar sind – und Inkonsistenzen kosten Vertrauen.
- Mach die Telefon- und Chat-Erreichbarkeit zur Chefsache!
- Die harte Realität: In der matelso-Lead-Management-Studie 2024 wurden bei Unternehmen mit allgemeiner Hotline rund 23 % aller Anrufe nicht angenommen.
- Leite daraus ein Mini-Betriebssystem ab: Kernzeiten, klare Zuständigkeiten, Rückruf-Fenster (z. B. „innerhalb von 60 Minuten“) und eine einfache Übergabe-Logik, wenn der Zuständige gerade nicht kann.
- Warum? Im Agenten-Modus bedeutet „nicht erreichbar“ viel öfter „nächster Anbieter“. Und das das ganze auch schon jetzt bevor Google seinen „Ask for me“ Dienst in Deutschland startet wichtig ist belegt die Matelso Studie.
- Standardisiere die Erstreaktion (damit du im besten Sinne vergleichbar wirst):
- Gib deinem Team eine feste Struktur: Leistung → Preisrahmen → nächster Schritt (Termin/Rückruf/Angebot).
- Genau dafür ist „Ask for me“ gemacht. Angebote und Verfügbarkeiten können damit schnell verglichen werden.
- Warum? Mit einer klaren Antwort bist du schneller „entscheidbar“ – für Menschen und für Agenten.
2 – ChatGPT baut eigene Local Panels wie Google
OpenAI spielt in ChatGPT inzwischen lokale Knowledge Panels aus: Du suchst lokal, klickst auf einen Firmennamen – und rechts erscheint ein Panel mit Unternehmensinfos (ähnlich dem Google Knowledge Panel). Das Ganze wirkt noch wie ein „Testmodus“, weil es nicht automatisch erscheint, sondern erst nach dem Klick.
Wichtig ist weniger die Frage „woher genau kommen die Daten heute“, sondern die klare Richtung: OpenAI zieht lokale Informationen aus verschiedenen Quellen zusammen und baut daraus eine Oberfläche, in der Nutzer Entscheidungen treffen – ohne zwingend deine Website zu besuchen. Für lokale Unternehmen ist das ein Warnsignal und eine Chance zugleich: Wer seine Daten sauber im Griff hat, wird korrekt dargestellt. Wer es nicht hat, wird im schlimmsten Fall falsch oder unvollständig angezeigt.
Du hast diese Panels hier in Deutschland noch nicht gesehen? Solche Features werden typischerweise schrittweise ausgerollt. Der Punkt ist: Wenn OpenAI lokale Panels testet, dürfen wir davon ausgehen, dass das zeitnah auch bei uns in Deutschland auftaucht. Und wenn der Markt für lokale KI-Ergebnisse einmal offen ist, ist der nächste logische Schritt aus Produktlogik nicht weit: eigene Profilseiten/Claim-Funktionen, ähnlich dem, was Google mit dem Business Profile etabliert hat.
Was kannst Du heute schon tun?
- Mach deine Kernbotschaft „quellenfest“, damit die ChatGPT Panels dich korrekt anzeigen können.
- Du kannst ein KI-Panel nicht direkt pflegen, aber du kannst steuern, welche Informationen die KI überall über dich findet. Panels ziehen Informationen aus mehreren Quellen. Wenn dort unterschiedliche Aussagen stehen, wirkt dein Unternehmen beliebig oder widersprüchlich. Lege deshalb einen klaren 1-Satz-Kern fest (Leistung + Ort + Zielgruppe) und spiele ihn konsequent über Website, Google-/Apple-/Bing-Profile und Verzeichnisse aus. Ziel: Egal aus welchen Quellen das Panel baut – die Antwort bleibt in fünf Sekunden klar.
- Halte deine Profildaten „wasserdicht“ – Local Listing als Pflichtprogramm
- Wenn KI-Systeme Daten aus verschiedenen Quellen zusammenführen, sind Abweichungen bei Name, Adresse, Telefonnummer, Öffnungszeiten oder URL Gift. Das liegt nicht daran, dass es „unschön“ aussieht, sondern daran, dass das System dann nicht mehr sicher weiß, ob es sich wirklich um dasselbe Unternehmen handelt.
- Setze deshalb auf ein sauberes Local Listing, das deine Profildaten plattformübergreifend zeitgleich konsistent hält (Google, Apple, Bing, relevante Verzeichnisse). So reduzierst du Fehler, Doppelpflege und „Datenchaos“ und erhöhst die Chance, dass Panels dich korrekt zuordnen.
- Mach deine Website zur Referenzquelle, damit KI dich korrekt zitieren kann.
- Deine Website ist der Ort, den du wirklich kontrollierst. Sie ist die beste Möglichkeit, KI-Systemen eindeutige, zitierfähige Aussagen zu liefern, anstatt dass diese sich etwas aus verstreuten Quellen „zusammenreimen“.
- Baue deshalb klare Leistungsseiten, eine saubere Standortlogik und echte FAQs zu den Themen Preisrahmen, Ablauf, Verfügbarkeit und Einzugsgebiet. Sei kurz, konkret und vermeide Floskeln. Je weniger Interpretationsspielraum, desto eher wirst du korrekt wiedergegeben.
3 – Wir wissen schon heute, wie KI lokal „arbeitet“
Der größte Fehler, den ich gerade sehe, ist, dass viele KI-Sichtbarkeit wie Magie behandeln. Das ist sie nicht. KI arbeitet bei lokalen Suchanfragen über Quellen und greift bevorzugt auf das zurück, was sie finden, verstehen und wiederverwenden kann.
Eine sehr konkrete Auswertung dazu kommt von BrightLocal: Bei lokalen Antworten in ChatGPT stammen die Quellen am häufigsten von Unternehmenswebsites (58 %), danach folgen Erwähnungen z. B. auf News Seiten (27 %) und Verzeichnissen (15 %). Das passt exakt zu dem, was ich in meinem Blog-Beitrag als Fundament zusammenfasse: Local Listings + Website + Markenaufbau.
Kurz gesagt: Künstliche Intelligenz braucht speziell bei der lokalen Suche eine stabile Datenbasis. Diese entsteht nicht durch „mehr Content“, sondern durch saubere, konsistente Quellen.
Was kannst Du heute schon tun?
- Mach aus deinen Unternehmensprofilen bei Google, BING oder auch Apple einen Datenhub statt einer Visitenkarte.
- Vollständigkeit ist Pflicht: Füge Leistungen, Kategorien, Öffnungszeiten, Fotos, das Servicegebiet, Attribute und Angebote hinzu.
- Genau diese Felder werden in KI- und Kartenoberflächen wiederverwendet. Wenn sie fehlen, kann KI dich schlechter einordnen und du wirkst weniger „entscheidbar“.
- Die Website ist und bleibt dein Anker:
- Sie ist die Fläche, die dir keine Plattform nehmen kann – und laut BrightLocal zugleich die häufigste Quelle für lokale KI-Antworten.
- Baue deshalb Standortseiten, klare Leistungsseiten und echte FAQs (kurz, konkret, ohne Floskeln). Je weniger Interpretationsspielraum, desto eher wirst du korrekt zitiert.
- Baue externe Belege auf: Branchenportale, lokale Medien, echte Erwähnungen.
- Markenaufbau ist lokal kein „Image“. Es geht um Wiederholung an den richtigen Stellen, was als Vertrauenssignal gelesen wird. Priorität haben 2–3 relevante Branchenportale, 1–2 lokale Medien/Netzwerk-Erwähnungen und eine saubere Bewertungsbasis. Lieber wenige, aber hochwertige Belege als Masse.
4 – Ohne solides SEO kann KI dich nicht „verstehen“.
Der Markt wird gerade mit neuen Labels wie AI SEO, AEO, GEO oder LLMO geflutet. Viele tun so, als wäre das etwas völlig Neues. Google sagt im Kern jedoch etwas sehr Bodenständiges: Wenn deine Inhalte nicht sauber crawlbar, verständlich strukturiert und nutzerfreundlich sind, können sie weder in klassischen Rankings noch in KI-Formaten zuverlässig angezeigt werden.
Anders ausgedrückt: KI verstärkt SEO, ersetzt es aber nicht. Wer die Grundlagen nicht beherrscht, wird nicht zitiert, nicht empfohlen und auch lokal seltener gewählt.
Was kannst Du heute schon tun?
- Technik zuerst: Crawl/Index + Performance (Mobile)
- Stelle sicher, dass Google (und andere Systeme) deine Seiten überhaupt abrufen und indexieren können (kein Blockieren, saubere Statuscodes, keine technischen Sackgassen).
- Dazu gehört auch eine saubere mobile Nutzererfahrung: schnelle Ladezeiten, klare Navigation, Kontakt-CTA sofort sichtbar.
- Struktur schlägt Masse: klare Seitenlogik + lokale Signale
- Pro Seite ein Thema, klare Überschriften, klare interne Links. KI und Suchsysteme brauchen Eindeutigkeit.
- Ergänze (wo passend) strukturierte Daten – Google nennt das explizit als sinnvolle Unterstützung.
- Und lokal wichtig: Standort, Leistungen, Einzugsgebiet, Kontakt – sichtbar und konsistent.
- Mehr als Text: Bilder/Video + Snippet-Steuerung + „Wert von Visits“ verstehen
- Google betont: Denk über reinen Text hinaus (Bilder/Videos) und nutze strukturierte Daten passend.
- Nutze außerdem die Preview Controls (z. B. Snippet-/Index-Regeln), um zu steuern, wie Inhalte in Such- und KI-Formaten erscheinen.
- Und miss Erfolg nicht nur über Website-Klicks: lokal zählen Anruf, Route, Nachricht oft mehr als ein Formular.
Wenn du die Grundlagen sauber aufstellst, hast du eine stabile Basis – egal, welches „AI-SEO“-Label gerade durchs Dorf getrieben wird. Genau diese Basis beschreibe ich auch in meinem Beitrag mit den zehn wichtigsten SEO-Tipps.
5 – Baue alternative lokale Trafficquellen auf.
Ich sage es bewusst nüchtern: Du ersetzt Google nicht über Nacht. Aber du solltest dich auch nicht so verhalten, als wäre Google ein monopolistischer Verkehrsgarant auf Jahre. Wenn KI-Antworten Klicks reduzieren und Plattformen ihre Regeln jederzeit ändern können, wird ein Grundsatz wichtiger denn je: Traffic-Portfolio statt Abhängigkeit.
Und ja, es gibt heute Kanäle, die lokal bis auf Geo-/PLZ-Ebene steuerbar sind und Reichweite liefern, die du in vielen Branchen über Google nur noch zu hohen Kosten erhältst. Neben dem Pflichtprogramm „Local Listing” (also saubere, konsistente Profile auf den wichtigsten Plattformen/Verzeichnissen) sind das aus meiner Sicht drei besonders spannende Hebel, die viele lokale Unternehmen noch unterschätzen.
Was kannst Du heute schon tun?
- Addressable TV (ATV): Lokale Reichweite im TV-Umfeld – planbar, messbar, geo-genau
- Im Umfeld von RTL oder ProSiebenSat.1 kannst du Werbung nicht mehr nur „breit“ schalten, sondern adressierbar nach Region bzw. Postleitzahl ausspielen – mit garantierten Einblendungen.
Das ist für viele lokale Dienstleister spannend, weil sie so schnell Bekanntheit aufbauen können, bevor überhaupt eine Suchintention entsteht. Der Kontaktpreis kann in der Praxis erstaunlich effizient sein und ist oft deutlich attraktiver als die Klickpreise in hart umkämpften Google-Branchen.
- Im Umfeld von RTL oder ProSiebenSat.1 kannst du Werbung nicht mehr nur „breit“ schalten, sondern adressierbar nach Region bzw. Postleitzahl ausspielen – mit garantierten Einblendungen.
- Traffic-Booster & Content-Engagement-Ads auf großen Publisher-Seiten
- Auch Platzierungen auf reichweitenstarken Umfeldern (z. B. T-Online, SPIEGEL, FAZ, SZ) lassen sich regional aussteuern.
- Du kaufst also nicht nur „eine Anzeige“, sondern oft auch Aufmerksamkeit in einem Vertrauensumfeld. Besonders stark wird dieser Effekt mit HTML5-Werbemitteln: Du kannst Inhalte „anreißen“, Produkte erklären oder sogar einen Eindruck von deiner Website vermitteln, bevor jemand klickt. Das erhöht die Qualität und Relevanz des Traffics.
- Advertorials: Kompetenz + Vertrauen + relevanter Traffic (auf regionalen wie überregionalen Leitmedien)
- Ein gut gemachtes Unternehmensporträt oder ein Fachbeitrag in regionalen Leitmedien oder auf großen Plattformen wirkt sich doppelt aus: Es erhöht die Reichweite und stärkt die Autorität. Für die lokale Sichtbarkeit ist das ein langfristiger Hebel: Menschen suchen eher nach deiner Marke, du wirst häufiger erwähnt und erhältst Traffic aus einem Umfeld, das Vertrauen „mitliefert“.
Ja, Google bleibt der Kern. Wenn du jedoch mutig genug bist, zusätzliche lokale Quellen aufzubauen, gewinnst du ab 2026 Stabilität. Wer testet, misst und auf dieser Grundlage ein eigenes Setup entwickelt, ist weniger abhängig und erreicht oft schneller Ergebnisse als der Wettbewerb, der nur auf das nächste Google-Update wartet.
6 – Social Media wird zur Suchmaschine – TikTok und Instagram entscheiden lokal mit.
Viele lokale Unternehmen behandeln Social Media noch wie „Reichweite“. Doch 2026 wird Social für immer mehr Menschen zur Suche: „Bestes Frühstück in der Nähe“, „Bob-Schnitt in Karlsruhe“ oder „Physio Schulter Köln“ – und das direkt in Instagram oder TikTok.
Das ist kein Bauchgefühl. Eine Auswertung, die unter anderem auf eine Umfrage von Forbes Advisor/Talker Research verweist, zeigt: 45 % der Gen Z nutzen Social Searching (TikTok/Instagram) eher als Google. Das heißt für dich: Wenn du jüngere Zielgruppen hast (oder künftig haben willst), brauchst du Social Media nicht nur als „Kanal“, sondern auch für die lokale Auffindbarkeit.
Was kannst Du heute schon tun?
- Optimiere Social wie eine Suchmaschine (Social SEO statt „nur Posten“)
- Nutze klare Begriffe: Leistung + Ort („Zahnarzt Karlsruhe“, „Fliesenleger Köln“) nicht nur in Posts sondern auch deinem Profil.
- Pack Keywords in Profilname, Bio, Captions und in On-Screen-Text (Reels/TikTok).
- Ziel: Du willst gefunden werden, wenn jemand so sucht, wie er spricht.
- Baue harte Lokal-Signale ein (damit du in „in der Nähe“-Logiken auftauchst)
- Location taggen, Stadtteil nennen, „Einzugsgebiet“ sagen (nicht verstecken).
- Zeig echte Orte: Außenansicht, Anfahrt, Umgebung, „so findest du uns“.
Das wirkt banal, ist aber genau das, was lokale Suche auf Social triggert
- Mach eine 10-teilige „Local Answers“-Serie (die häufigsten Fragen als 20-Sekunden-Clips)
- „Was kostet X?“ „Wie schnell geht das?“ „Was ist der Ablauf?“ „Worauf muss ich achten?“
- Jede Folge = ein Problem, eine klare Antwort, ein nächster Schritt („ruf an / Termin / Nachricht“). Damit baust du nicht nur Reichweite, sondern Suchbarkeit + Vertrauen auf.
7 – Eigene Reichweite – E-Mail & WhatsApp machen dich 2026 unabhängiger von Plattformen
Wenn kostenloser Traffic unzuverlässiger wird, brauchst du einen Kanal, den dir niemand wegnehmen kann. Genau deshalb wird Lifecycle-Marketing im Jahr 2026 wichtiger: Du sorgst dafür, dass aus einem ersten Kontakt nicht „vielleicht irgendwann“, sondern ein zweiter, dritter und vierter Kontakt wird – planbar und ohne dass du jedes Mal neue Klicks kaufen musst.
Im „State of Marketing“ beschreibt Salesforce, dass Unternehmen stärker auf eigene Daten, Personalisierung und Bindung setzen, da Wachstum nicht mehr nur über „von oben neue Reichweite rein“ funktioniert.
Praktisch bedeutet das: Die E-Mail-Adresse und die Mobilfunknummer (mit Einwilligung) sind dein direkter Draht zum Kunden. Das ist der Unterschied zwischen „hoffentlich findet er uns wieder“ und „wir können ihn direkt erreichen“.
Ich sehe das in meinem Alltag: Unser Bioladen um die Ecke hat einen E-Mail-Verteiler. Einmal pro Woche kommen Angebote und Aktionen. Weil das hyperlokal und relevant ist, gehen wir regelmäßig hin, selbst wenn wir sonst vielleicht eine Woche lang nicht einkaufen würden. Der Laden bleibt präsent, ohne dass wir aktiv suchen müssen.
Was kannst Du heute schon tun?
- Sammle Kontakte konsequent ein – statt nur auf „Besucher“ zu hoffen
Mach es Interessenten leicht, dir ihre E-Mail (und wenn sinnvoll auch die Mobilnummer) zu geben: für Angebote, Aktionen, Termin-Updates oder wichtige Infos.
→ Ziel: Du baust dir einen eigenen Verteiler auf – unabhängig von Google, Instagram oder irgendeinem Algorithmus. - Automatisiere die wichtigsten 3 Kontaktmomente (damit Anfragen nicht versanden)
Viele Aufträge gehen nicht verloren, weil das Angebot schlecht ist – sondern weil niemand nachfasst oder der Prozess unklar ist.
→ Stell sicher, dass es immer diese drei Schritte gibt:
Anfrage bestätigt, Angebot nachgefasst, Bestandskunde erinnert (Wartung, Nachkauf, Saison). - Nutze WhatsApp/DM als schnellen Abschlussweg – aber mit klarer Struktur
Viele Kunden wollen heute nicht lange suchen oder Formulare ausfüllen. Sie wollen kurz schreiben, ein Foto schicken, einen Termin bekommen.
→ Lege fest: Wer antwortet, wann geantwortet wird und wie die Standardantwort aussieht (kurz: Einordnung + Preisrahmen + nächster Schritt). Dann wird Messaging vom Zeitfresser zum Lead-Kanal.
So baust du dir 2026 etwas auf, das vielen lokalen Unternehmen fehlt: eigene Reichweite – und damit mehr Stabilität bei Anfragen, auch wenn Plattformen und KI die Spielregeln weiter verändern.
8 – Google liefert weniger Kontakte: baue dir ein Paid-Sicherheitsnetz
Ich bin kein Freund davon, alles mit Google Ads zu „erschlagen“. Aber 2026 wird ein nüchterner Punkt leider wichtiger: Du darfst dich nicht darauf verlassen, dass Google dir automatisch die gleichen „Gratis-Leads” wie früher liefert. Über die Auswirkungen von AI Overviews, also KI-Suchergebnissen, haben wir ja bereits gesprochen.
Sterling Sky hat noch weitere Local Traffic Killer ausgemacht. Er beschreibt eine Verschiebung im Local Pack: In bestimmten Branchen werden Call-Elemente teilweise durch andere Elemente (z. B. Bilder) ersetzt, wodurch die Klicks auf den „Anrufen“-Button messbar sinken.
Wenn der Google-Anrufkanal schwächer wird, hilft keine Diskussion über „Sichtbarkeit“. Dann brauchst du ein Setup, das Anfragen planbar hereinholt – als Ergänzung, nicht als Ersatz.
Was kannst Du heute schon tun?
- Local Pack/Maps Ads gezielt testen.
- Google beschreibt, dass Anzeigen in Google Maps in verschiedenen Formaten erscheinen können (z. B. in der Kartensuche oder als Promoted Pins). Starte doch einfach mit einem kleinen Testbudet für deine Branche in deinem Kernabsatzgebiet (Stadt/Umkreis). Das Ziel der Kampagne sind nicht „mehr Klicks“, sondern mehr lokale Handlungen (Anruf, Routenplanung, Besuch) – also genau das, was bei manchen Branchen organisch schwächer wird.
- Call-Setup modernisieren: „Call Only“ wird schrittweise zu Call Assets
- – Google stellt Call-only Ads (Call Ads) nach und nach um. Der Weg geht Richtung Call Assets (Telefonnummer als Erweiterung in Suchanzeigen), also ein fließender Übergang, den Google peu à peu weiter ausrollt. Praktisch heißt das für dich: Wenn du bisher „Call Only“ genutzt hast, plane die Überführung in „Call Assets“ ein (nicht als harter Cut, sondern als laufende Umstellung). Lass die Ads nur während deiner Geschäftszeiten zur Anzeige kommen – das beobachte ich bei vielen Neukunden die mit ihrer Kampagne zu uns kommen. Da werden Anrufkampagnen über das gesamte Wochenende ausgespielt, obwohl das Unternehmen geschlossen hat. Das ist natürlich echter Unfug!
Ein Paid-Sicherheitsnetz sorgt 2026 dafür, dass du trotz schwächerer organischer Anruf-Buttons planbar lokale Handlungen (Anrufe, Routen, Besuche) auslösen kannst – ohne dein Marketing komplett auf Ads umzustellen. Wer jetzt klein testet und Call-Kampagnen sauber auf Geschäftszeiten/Call Assets umstellt, verhindert, dass ein Traffic-Shift im Local Pack plötzlich direkt zur Lead-Delle wird.
